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Tanzausbildung

Wie in jeder Kunstform nehmen auch unsere anatolischen Volkstänze ihren Grund für das Dasein aus unseren gelebten Erfahrungen. Alles, was erlebt wird, möchte früher oder später sichtbar werden. Eigentlich spielt die Zeit keine Rolle. Unsere in jeder Ecke Anatoliens aufgeführten Volkstänze sind die Fähigkeit, die Freuden, Traurigkeiten, Siege oder Niederlagen, Migrationen, Lieben, den Alltag und unzählige ähnliche Erfahrungen unserer Vorfahren durch den Körper auszudrücken und über Jahrhunderte hinweg bis heute zu überliefern.

Genauso wie im Fernen Osten schöpfen auch wir unsere innere Kraft aus unseren vergangenen Erlebnissen. Denn selbst wenn der Verstand vergisst, vergisst der Körper durch die übertragenen Gene nie, er versteckt nur. Bis wir eines Tages zu einer Melodie tanzen, zu der wir uns intuitiv nah fühlen. Ohne den Grund zu verstehen, empfinden wir Begeisterung und Aufregung. Unser durch epigenetische Übertragung kommendes zelluläres Gedächtnis wird aktiviert, und egal wie alt wir sind, können wir uns im Fluss unseres traditionellen Tanzes integriert wiederfinden.

Aus diesem Blickwinkel können wir unsere heutige Zeit mit der Vergangenheit integrieren und durch das Hinzufügen neuer Erfahrungen die Kraft finden, uns durch unseren Körper beim Aufbau unserer Zukunft auszudrücken. In der Kunst Ausdruck zu finden, ist eine Tatsache, die zunächst uns selbst, dann der Gesellschaft und der Menschheit in einer höheren Version zugutekommt. Aus diesem Grund sollte jeder Mensch, unabhängig von der Altersgruppe, nach dem Alter von 0–6 Jahren lernen, seine Körpersprache zu benutzen, seine Gefühle und Erlebnisse auszudrücken. So kann er eine Verbindung zwischen den Gefühlen der Gesellschaft, in die er hineingeboren wurde, und der Ära, in der er lebt, herstellen und sich selbst neu definieren, ohne sich von seinem Wesen zu trennen. Der größte Gewinn davon ist es, der Gesellschaft innerlich friedliche, hoffnungsvolle und glückliche Individuen zuzuführen, die sich ausdrücken können.

Aus diesem Grund sollten Kinder ab dem Alter von 0 bis 6 Jahren sowohl lernen, ihren eigenen Körper zu erkennen und zu benutzen, als auch auf diesem Weg ihre Gefühle auszudrücken. Sie sollten die Geschichte, die Region und die regionalen Haltungen jedes Spiels, das sie spielen, kennenlernen und die emotionale Verbindung zu ihren Vorfahren spüren, damit sie mit starken Bindungen ihr Dasein auf der Erde fortsetzen können, ohne sich allein zu fühlen.

Die türkischen Volkstänze zeigen je nach Region verschiedene Unterschiede. Zum Beispiel; Zeybek in der Ägäis, Bar in Erzurum und Umgebung, Halay in Ost- und Südostanatolien, Horon in Zentral- und Ost-Schwarzmeerregion, Kaşık in Konya und Mersin, Karşılama in Thrakien – es werden Bildungsprogramme für jede Altersgruppe durchgeführt.